tourensauser
14.12.2008, 22:33
Für unsere Frankreichfahrer habe ich hier noch einen Tip:
Als Alternative zum Rhonetal kann man für die Fahrt nach Spanien und Südfrankreich (Beziers bis Perpignan) auch sehr gut durch das Zentralmassiv fahren.
Ich habe mich schon einmal zu diesem Thema in einem Thread geäußert, der Einfachheit halber kopiere ich das einfach mal hier hinein. :angel:
====================================================
Ich habe meinen Urlaub 2006 und 2007 auf einem Campingplatz in F-66 St-Cyprien Plage (nahe Perpignan) verbracht. Der Platz ist im übrigen sehr zu empfehlen, aber das ist ein anderes Thema.
Wir sind zusammen mit einer befreundeten Famile gefahren. Wir selbst sind mit VW 1,9 tdi 74 kw und mit Wohnwagen 1350 kg gefahren; unsere Freunde mit einem VW LT 31, 3,6 to mit nicht mal 90 PS, Baujahr so irgendwas um 1984 oder so. Also nicht gerade das Gerät, um am Berg andere das Fürchten zu leeren.
Wir hatten vor unserer 1. Fahrt 2006 lange überlegt, welche Route wir nehmen sollen, da wir eben Bedenken hatten, mit dem LT über die bergige Autobahn durch das Zentralmassiv und dann noch das Teilstück mit 175 km Nationalstraße zu fahren.
Für mich war die Entscheidung eigentlich klar, zumal mir die Strecke auch von Profis empfohlen wurde; unser Freund zögerte jedoch lange bis wir uns dann doch entschlossen haben, das mal selbst auszuprobieren.
Rückblickend mussten wir beide sagen: MIt dem Gespann/Womo nie mehr eine andere Route Richtung Perpignan / Spanien !
Ich habe das mal kurz zusammengestellt:
Über Luxembourg bis Chalon s/Saône. (wir fahren von Freiburg über Mulhouse, Besancon, dann RN 73 über Dole nach Chalon s/Saône)
Ab Chalon s/Saône (N80) dann über Montceau les Mines (N70), Paray le Monial/Digoin (N79) die sogenannte Route Expresse. Die Straße ist stellenweise 4 spurig ausgebaut und wird vom ganzen Schwerverkehr von Portugal, Spanien Pamplona /Irun und von Frankreich Bordeaux kommend genutzt. Die LKW fahren alle da durch, da geht keiner auf die Autobahn. Ab und an mal ein großer Kreisel und (fast) keine Ortsdurchfahrten. Hier kann man ganz locker einen Schnitt fahren, der dem auf der Autobahn nicht in viel nachsteht.
Ab Digoin geht´s dann über Lapalisse / Vichy nach Gannat. (D994 / D907) Dieses Teilstück von 86 km ist nicht ganz so komfortabel jedoch einwandfrei zu fahren.
(Alternativ geht es dann über Moulins. Montlucon, Angouleme, Bordeuax Richtung Atlantik oder ins Baskenland.)
Ab Gannat geht´s dann auf die Autobahn A71 / A 75 über Clermont Ferrand, Millau, Lodève, Pezenas bis Autobahnende über Bessan auf die Autoroute A9.
Hier noch eine Gegenüberstellung von KM, Kosten und Zeit zum Vergleich: (Mautkosten habe ich der Einfachheit halber ab Beaune bis zur Spanischen Grenze gerechnet)
1.) Chalon - Lyon - Perpignan = 589 km - 6,9 h - Durchnittsgeschwindigkeit von 85 km/h - Mautkosten ca. € 67,20
2.) Chalon - Clermont Ferrand - Perpignan = 665 km - 8,3 h - Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h - Mautkosten ca. € 32,30
(inklusive Maut Brücke Millau € 7,70 - Juli/August € 10,20)
Man benötigt also ca. 1,5 Stunden mehr, hat eine 76 km längere Strecke und spart € 35,-- Maut. Das macht für Hin- und Rückfahrt immerhin eine Tankfüllung aus.
Im übrigen ist die genannte Strecke landschaftlich sehr reizvoll. Man fährt duch die Auvergne und das Zentralmassiv. Die Autobahn ist hügelig, stellenweise bergig und führt bis auf 1200m über NN. Die Abfahrt vom Zentrallmassiv Richtung Lodève führt durch eine Schlucht, die auch der Grand Canyon von Europa genannt wird.
Der Viaduikt von Millau ist alleine eine Reise wert. Hier sollte man unbedingt auf dem Parkplatz bei der Brücke anhalten. Man kann zu Fuß ein paar Schritte den Berg hochlaufen und die Brücke anschauen. Außerdem gibt es da noch so eine Art Ausstellung mit Bildern und Infos zum Bau dieses Riesenteiles. Mir ist im übrigen nicht bekannt, daß die Brücke jemals wegen Wind gesperrt war. Auf der Rückfahrt sind wir nachts über die Brücke gefahren. Man kommt da über eine Kuppe, dann geht es den Berg runter auf die Brücke zu. Die Pfeiler und die Seitenwände der Brücke sind beleuchtet. Ich hatte das Gefühl, als sei ich mit einem Jumbo 747 im Landeanflug... :top
Ab Clermont Ferrand fahren keine LKW mehr (die meiden die Berge) und die Autobahn ist leer. Wenn Du allerdings am Samstag morgen am Autobahnende bei Pezenas Richtung Autobahna 9 willst, kann es sich schon mal stauen. Man muß da von der Autobahn abfahren und ein Stück Nationalstraße nehmen.
Wir selbst sind dann allerdings auf der RN 9 wietergefahren (linke Spur nehmen, es staut sich nur auf der rechten Spur) bis Sigean und dann über Port Leucate bis St.Cyprien. Das spart dann nochmal so ca. 10-15 € Maut...
IMHO ist die Strecke der Rhônetal-Route vorzuziehen. Der Zeitverlust wird allemal durch die schöne Strecke und die Spritersparnis wieder wett gemacht.
Zur Berechnung des von Dir genannten Auto Clubs kann ich nur sagen, daß die errechneten Zeiten für mich nicht nachvollziehbar sind. Der AutoClub Routenplaner hat für die Strecke Freiburg - Perpignan via Clermont Ferrand (1000 km) eine Fahrzeit von 16H30 errechnet. Wir sind das ganze in effektiv 12H30 gefahren. Im übrigen waren das stressfreie 12H30, in denen es nicht darum ging, möglichst schnell ans Ziel zu kommen; schließlich hat das Womo VW LT ja dauernd gebremst.
Und noch was zu den Spitzbuben: Da wir -bedingt durch unsere kleinen Kinder - gerne in die Nacht reinfahren und dann einfach irgendwo stehen bleiben würde ich persönlich sowieso nicht über Lyon fahren. Ab Valence, Montelimar, Orange muss man schon tagsüber auf den Raststätten höllisch aufpassen. In der Auvergne ist die Welt noch in Ordung (ok-es gibt nie eine Garantie). Was aber passieren kann ist, daß es ordentlich kalt wird. Auf der Heimfahrt sind wir abends um 21 Uhr am Campingplatz los und waren so gegen 4 Uhr zwischen Vichy und Lapalisse. Das Kaff hieß Billezois. Dort haben wir auf dem Dorfplatz beim Rathaus bei sage und schreibe 6 Grad nach 3 Wochen Süden doch etwas gefroren.
Das nächste Mal zieh´ich eine lange Hose an...
=======================================================
Für uns ist die Entscheidung klar.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
:wink
Als Alternative zum Rhonetal kann man für die Fahrt nach Spanien und Südfrankreich (Beziers bis Perpignan) auch sehr gut durch das Zentralmassiv fahren.
Ich habe mich schon einmal zu diesem Thema in einem Thread geäußert, der Einfachheit halber kopiere ich das einfach mal hier hinein. :angel:
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Ich habe meinen Urlaub 2006 und 2007 auf einem Campingplatz in F-66 St-Cyprien Plage (nahe Perpignan) verbracht. Der Platz ist im übrigen sehr zu empfehlen, aber das ist ein anderes Thema.
Wir sind zusammen mit einer befreundeten Famile gefahren. Wir selbst sind mit VW 1,9 tdi 74 kw und mit Wohnwagen 1350 kg gefahren; unsere Freunde mit einem VW LT 31, 3,6 to mit nicht mal 90 PS, Baujahr so irgendwas um 1984 oder so. Also nicht gerade das Gerät, um am Berg andere das Fürchten zu leeren.
Wir hatten vor unserer 1. Fahrt 2006 lange überlegt, welche Route wir nehmen sollen, da wir eben Bedenken hatten, mit dem LT über die bergige Autobahn durch das Zentralmassiv und dann noch das Teilstück mit 175 km Nationalstraße zu fahren.
Für mich war die Entscheidung eigentlich klar, zumal mir die Strecke auch von Profis empfohlen wurde; unser Freund zögerte jedoch lange bis wir uns dann doch entschlossen haben, das mal selbst auszuprobieren.
Rückblickend mussten wir beide sagen: MIt dem Gespann/Womo nie mehr eine andere Route Richtung Perpignan / Spanien !
Ich habe das mal kurz zusammengestellt:
Über Luxembourg bis Chalon s/Saône. (wir fahren von Freiburg über Mulhouse, Besancon, dann RN 73 über Dole nach Chalon s/Saône)
Ab Chalon s/Saône (N80) dann über Montceau les Mines (N70), Paray le Monial/Digoin (N79) die sogenannte Route Expresse. Die Straße ist stellenweise 4 spurig ausgebaut und wird vom ganzen Schwerverkehr von Portugal, Spanien Pamplona /Irun und von Frankreich Bordeaux kommend genutzt. Die LKW fahren alle da durch, da geht keiner auf die Autobahn. Ab und an mal ein großer Kreisel und (fast) keine Ortsdurchfahrten. Hier kann man ganz locker einen Schnitt fahren, der dem auf der Autobahn nicht in viel nachsteht.
Ab Digoin geht´s dann über Lapalisse / Vichy nach Gannat. (D994 / D907) Dieses Teilstück von 86 km ist nicht ganz so komfortabel jedoch einwandfrei zu fahren.
(Alternativ geht es dann über Moulins. Montlucon, Angouleme, Bordeuax Richtung Atlantik oder ins Baskenland.)
Ab Gannat geht´s dann auf die Autobahn A71 / A 75 über Clermont Ferrand, Millau, Lodève, Pezenas bis Autobahnende über Bessan auf die Autoroute A9.
Hier noch eine Gegenüberstellung von KM, Kosten und Zeit zum Vergleich: (Mautkosten habe ich der Einfachheit halber ab Beaune bis zur Spanischen Grenze gerechnet)
1.) Chalon - Lyon - Perpignan = 589 km - 6,9 h - Durchnittsgeschwindigkeit von 85 km/h - Mautkosten ca. € 67,20
2.) Chalon - Clermont Ferrand - Perpignan = 665 km - 8,3 h - Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h - Mautkosten ca. € 32,30
(inklusive Maut Brücke Millau € 7,70 - Juli/August € 10,20)
Man benötigt also ca. 1,5 Stunden mehr, hat eine 76 km längere Strecke und spart € 35,-- Maut. Das macht für Hin- und Rückfahrt immerhin eine Tankfüllung aus.
Im übrigen ist die genannte Strecke landschaftlich sehr reizvoll. Man fährt duch die Auvergne und das Zentralmassiv. Die Autobahn ist hügelig, stellenweise bergig und führt bis auf 1200m über NN. Die Abfahrt vom Zentrallmassiv Richtung Lodève führt durch eine Schlucht, die auch der Grand Canyon von Europa genannt wird.
Der Viaduikt von Millau ist alleine eine Reise wert. Hier sollte man unbedingt auf dem Parkplatz bei der Brücke anhalten. Man kann zu Fuß ein paar Schritte den Berg hochlaufen und die Brücke anschauen. Außerdem gibt es da noch so eine Art Ausstellung mit Bildern und Infos zum Bau dieses Riesenteiles. Mir ist im übrigen nicht bekannt, daß die Brücke jemals wegen Wind gesperrt war. Auf der Rückfahrt sind wir nachts über die Brücke gefahren. Man kommt da über eine Kuppe, dann geht es den Berg runter auf die Brücke zu. Die Pfeiler und die Seitenwände der Brücke sind beleuchtet. Ich hatte das Gefühl, als sei ich mit einem Jumbo 747 im Landeanflug... :top
Ab Clermont Ferrand fahren keine LKW mehr (die meiden die Berge) und die Autobahn ist leer. Wenn Du allerdings am Samstag morgen am Autobahnende bei Pezenas Richtung Autobahna 9 willst, kann es sich schon mal stauen. Man muß da von der Autobahn abfahren und ein Stück Nationalstraße nehmen.
Wir selbst sind dann allerdings auf der RN 9 wietergefahren (linke Spur nehmen, es staut sich nur auf der rechten Spur) bis Sigean und dann über Port Leucate bis St.Cyprien. Das spart dann nochmal so ca. 10-15 € Maut...
IMHO ist die Strecke der Rhônetal-Route vorzuziehen. Der Zeitverlust wird allemal durch die schöne Strecke und die Spritersparnis wieder wett gemacht.
Zur Berechnung des von Dir genannten Auto Clubs kann ich nur sagen, daß die errechneten Zeiten für mich nicht nachvollziehbar sind. Der AutoClub Routenplaner hat für die Strecke Freiburg - Perpignan via Clermont Ferrand (1000 km) eine Fahrzeit von 16H30 errechnet. Wir sind das ganze in effektiv 12H30 gefahren. Im übrigen waren das stressfreie 12H30, in denen es nicht darum ging, möglichst schnell ans Ziel zu kommen; schließlich hat das Womo VW LT ja dauernd gebremst.
Und noch was zu den Spitzbuben: Da wir -bedingt durch unsere kleinen Kinder - gerne in die Nacht reinfahren und dann einfach irgendwo stehen bleiben würde ich persönlich sowieso nicht über Lyon fahren. Ab Valence, Montelimar, Orange muss man schon tagsüber auf den Raststätten höllisch aufpassen. In der Auvergne ist die Welt noch in Ordung (ok-es gibt nie eine Garantie). Was aber passieren kann ist, daß es ordentlich kalt wird. Auf der Heimfahrt sind wir abends um 21 Uhr am Campingplatz los und waren so gegen 4 Uhr zwischen Vichy und Lapalisse. Das Kaff hieß Billezois. Dort haben wir auf dem Dorfplatz beim Rathaus bei sage und schreibe 6 Grad nach 3 Wochen Süden doch etwas gefroren.
Das nächste Mal zieh´ich eine lange Hose an...
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Für uns ist die Entscheidung klar.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
:wink