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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Überhöhte Stützlast


DaVinci
05.05.2007, 16:05
Moin zusammen, :wink

welche Gefahren birgt eigentlich eine überhöhte Stützlast? Ab wann spricht man eigentlich von einer überhöhten Stützlast?

Angler
05.05.2007, 20:16
Hallo Frank, :wink
ich würde mal so sagen.
am Zugfahrzeug kommt es ausser zu einer Belastung der Hinterachse zu einer Entlastung der Vorderachse ( Lenk und Antriebsachse ).
Beanspruchung der Anhängervorrichtung, Kugelkopf sowie der Montagepunkte.

Am Wohnwagen wirst man nur eine höhere Belastung der Deichsel haben.

AnLiKaTho
05.05.2007, 21:06
Hallo Frank,

nun wird es eine lange Geschichte aus eigener leidvoller Erfahrung.
Die Stützlast sollte nicht dramatisch überschritten werden. Wir fahren maximal mit 80kg bei zugelassenen 75kg.
Ich habe zwar noch nie gehört, dass jemand bei einer Polizeikontrolle Probleme nur wegen einer zu hohen Stützlast bekommen hat nur Du gefährdest Dein eigenes Fahrzeug.

Wir hatten 1996 einen neuen WW erworben. Einen LMC490K. Als wir den abgeholt haben war mir nichts weiter aufgefallen. Vor dem Kauf hatten wir sogar auf empfehlen eines erfahrenen Campers den WW gewogen um sicherzustellen das das Verhältnis zwischen dem Lehrgewicht zum zulässigen Gesamtgewicht nicht zu klein ist. Hat alles gepasst! Toll!
Nun abgeholt und umgebaut.
Bei der Montage des Schlingedämpfers stellten wir fest, dass die Stützlast im lehren Zustand bei 120kg lag. Als ich meinen Händler darauf angesprochen hatte, war dieser zwar erschreckt wusste aber auch keinen Rat. Mehrere schreiben zwischen LMC und mir verpufften bis mein Bruder mir mitteilte, dass Verantwortliche bei einer Caravan Zeitung telefonisch Rede und Antwort stehen. Es ist doch erstaunlich was die Presse alles bewegen kann. Nach der Problemschilderung erklärte sich LMC bereit erstens einen Fahrradträger für das Heck, eine Auflastung von 1200kg auf 1300kg sowie Schwerlastreifen zu spendieren. Wir konnten nun mit den Fahrrädern gegenlagern und waren fortan nur noch mit unseren Rädern gesehen.
Nun kam das zweite Problem. Der Kadett hatte eine Stützlast von 50kg, wir schafften aber nur 75kg am WW. Da ein neues Auto anstand entschieden wir uns für einen Ford Sierra 4x4CLX der laut Bordbuch 75kg ermöglichte. Toll Problem gelöst! Denkste!!!!
Ich erfuhr das bei Opel die maximale Stützlast bei einigen Fahrzeugen bei der Montage einer Niveauregulierung erhöht werden kann. Also Ford anrufen, gleiche Option erfragen.
Was sagt Ford: Stützlast, Sierra, 75kg? Wieso das? Der hat doch 50kg!
AnLiKaTho: Ne, ne, ne, steht doch im Bordbuch, 75kg!
Ford: Ach ja, dann haben sie einen 1991 Sierra da hatten wir einen Druckfehler drin. Und ein erhöhen ist auf gar keinen Fall möglich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Schei...............................................................!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Also egal, 75kg auf den Knopp und ab geht die fröhliche Fahrt.
Bis 2002 war alles gut dann kam der TÜV meines besten Zugfahrzeuges von allen.
So einen gutaussehenden Sierra habe ich seit Jahren schon nicht mehr gesehen aber kommen sie mal runter in die Grube sprach der TÜV-Mann. Und da war der wirtschaftliche Totalschaden ausgesprochen deutlich zu sehen. Die Längsträger waren auf beiden Seiten gebrochen (übrigens der einzige Rost an dem Fahrzeug).

Was lustiges am Rande: Ich hatte gleichzeitig meinen Lastenanhänger für die TÜV-Untersuchung am Haken. Mit diesem Schaden am Zugwagen durfte ich nicht fahren. Der TÜV-Mann drohte das Fahrzeug stillzulegen!
Also, abhängen, keine Gefahr der Stilllegung, Auto vom Hof fahren, Anhänger (mit frischem TÜV) vom Hof schieben, wieder anhängen, ab nach Hause! ;D

Das war es dann mit diesem Wagen dank der Stützlastüberhöhung. :cry:
Seit dem fahre ich nur noch mit der exakt vorgegebenen Stützlast.

Roadrunner
05.05.2007, 21:44
Hallo

Wenn die die Stützlast um mehr als 50 % überschritten wird beträgt das Bussgeld 40 Euro und es gibt einen Punkt in Flensburg.

Gruss

Rapido (Peter aus München)

FJU
05.06.2007, 08:25
Hallo zusammen,

die Stützlast ist eine fadenscheinige Angelegenheit, in dem Fall mit dem Ford Sierra lieget die Ursache wohl etwas anders gelagert.
Die Achslast (HA) ist entscheidend. Ich gehe davon aus, beim einem Anhängerbetrieb für Urlaubstouren ist auch der Kofferraum voll.
Dieses zusätzliche Gewicht und die Stützlast wirken direkt auf die Achsaufhängung. Der Sierra hatte damals keine Starrachse, sondern für Fordverhältnisse eine erstmalige Einzelradaufhängung. Die Aufnahmen waren/sind unterdimensioniert, wie noch heute bei einigen FORD´s. Hatten einen 2004er Mondeo TDCI 131 PS Automatik (klassischer Fehlkauf). Wenn ich mir die Achskonstruktion auf der Bühne anschaue, diese mit Mercedes vergleiche, weiß ich auch woher der Preisunterschied stammt.

Die Messung der Stützlast in unbewegtem, sprich starren Zustand ist der größte Blödsinn, allerdings die einzige Möglichkeit der Obrigkeit zu messen. ;) Während des Fahrbetriebes schwankt diese nicht unerheblich nach oben/unten.
Der Wowa und seine Vorderfront erzeugen bei Tempo 100 soviel Auftrieb, das dynamisch gemessen, die Stützlast sich um bis zu 50 %
reduziert, sich also verringert. Dies ist auch ein Grund, warum in Verbindung mit der 100er Zulassung die Stützlast maximal ausgenutzt werden muß. (Vorschrift, keine Empfehlung)

Es gibt klassische Wohnwagen-Fehlkonstruktionen am Markt. Leerer Anhänger, gemessen 90 KG Stützlast, eine Zuladereserve von 75 kg, gabs es von Hymer. Womit soll ich in diesem Fall das Gewicht ausgleichen? Der Tipp mit dem Fahrradträger an die Caravanrückwand ist fahrdynamisch die schlechteste Lösung. Laut ADAC und DCC die schlechteste Transportmöglichkeit. Und was ist wenn ich keine Fahrräder mag. Muß ich dann mein Gepäck hintenaufschnallen ???

Aus meiner Erfahrung reißt eine Federbeinaufnahme an der Karosserie nur bei Überlastung, eine Zusatzfederung von MAD hätte sicherlich geholfen die Druckspitzen abzumildern. Bei 120 KG Stützlast würde auch mein Benz tief in die Knie gehen. Mit Schäden wären mittelfristig zu rechnen. Ich stelle die Stützlast immer um die 65 KG ein. Steht wunderbar waagerecht, kein Knickgespann.
Vermisse alllerdings die Hydropneumatik unsere Citroen´s. Ständiger aktiver Niveauausgleich.

Mich würde mal interessieren, ob es einen Sensor gibt, welcher die aktive Stützlast im Fahrbetrieb ermittel könnte. Eine Reifenüberwachung ist per Funk ja auch möglich, und viele Unfälle sind auf mangelnde Stützlast zurückzuführen, leider nach einem Unfall nicht mehr recherchierbar. :(

Grüsse aus Bremen
Frank

AnLiKaTho
20.06.2007, 22:40
Hallo Frank,


Dieses zusätzliche Gewicht und die Stützlast wirken direkt auf die Achsaufhängung. Der Sierra hatte damals keine Starrachse, sondern für Fordverhältnisse eine erstmalige Einzelradaufhängung. Die Aufnahmen waren/sind unterdimensioniert, wie noch heute bei einigen FORD´s. Hatten einen 2004er Mondeo TDCI 131 PS Automatik (klassischer Fehlkauf). Wenn ich mir die Achskonstruktion auf der Bühne anschaue, diese mit Mercedes vergleiche, weiß ich auch woher der Preisunterschied stammt.



die Achse und ihre Aufnahme erfreute sich bester Gesundheit.
Die Längsträger die unter dem Wagenboden die Karosserie tragen waren gut 20cm hinter der Achse auf Höhe des Tankes beidseitig gebrochen. An den Längsträgern wird die AHK montiert und ist somit über ein Hebelgesetzt durch den WW stark belastet. Außerdem teilt der WW stöße aus. Selbst wenn der WW den Zugwagen hinten anhebt, kommt er doch mit seiner Stützlast bei einem Bremsvorgang schlagartig zurück und drückt mit einem vielfachen der Stützlast auf die tragenden Elemente.