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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie bremse ich bergab richtig?


Travelking
28.06.2007, 21:14
Hallo zusammen,

Wir sind vor ein paar Jahren mal von der Schwarzwaldhöhenstraße runter nach Bühl gefahren. Es waren auf der Strecke einige Serpentinen. Zwischendurch hab ich dann angehalten um nach den Bremsen zu sehen. Leichte Rauchwölkchen stiegen auf und es stank ganz schön. Die Bremsen haben es überlebt und sind heute noch drin und in Ordnung :top.
Wie kann ich so etwas verhindern? Ich meine von der Schwarzwaldhöhenstraße runter ins Rheintal ist ja keine Aktion wenn ich mir die Alpen ansehe. Denn auch da lassen sich ja manche Pässe mit dem Gespann fahren.

Schlaumeier
28.06.2007, 21:27
Verhindern? :???:
Ich denke mal - Garnicht!
Aber wenn man gleichmäßig und langsam die Strecke herunterfährt und viel mit der Motorleistung bremst, hältst Du sicher die Bremse in einer vorwiegend schleifenden Stellung, da Du ja dem "Auflaufen" davon fährst!
Das dürfte bei gleichmäßiger Fahrt, weniger Schlimm sein, als vor jeder Kurve voll auf die Bremse zu treten!
Was meinen die anderen? :???:

480tk
28.06.2007, 21:34
Es gibt verschiedene (schon angesprochene) Möglichkeiten, dem "Bremsenkochen" entgegen zu wirken. Sei es durch die Getriebeunterstützung beim Schalt- wie auch beim Automatikgetriebe durch die Wahl einer kleineren Übersetzung, sprich einem kleineren Gang. Leider sind bei manchen Fahrzeugmodellen in Sachen Bremsenstandfestigkeit im Gespannbetrieb von Haus aus psysikalische Grenzen gesetzt, weil die Dinger schlichtweg für solche Extremsituationen auf Dauer nicht ausgelegt sind.
Verschiedene Fachzeitschriften empfehlen einen Austausch der Beläge (Sintermetall etc)bei häufigen Gespannfahrten. Vielleicht haben wir ja Fachleute aus dem Bereich Kfz - Technik die da näheres zu sagen können. Aber ich denkle, ein Allheilmittel gibt es da eh nicht. Da hilft nur viel Gefühl beim Bremsen, langsam den Hügel runter und die Motorunterstützung nutzen wo es nur geht.

Vivaldi
28.06.2007, 21:47
. Leichte Rauchwölkchen stiegen auf und es stank ganz schön.


Hallo Andre,

meinem Kumpel sind nach einer solchen Bergabfahrt die kleinen schwarzen Käppchen , die schon mal aus "Design-oder auch Schutzgründen" auf den Radmutern sitzen, in tropfenform geschmolzen.
Da kann man sich ungefähr vorstellen, welche Temperaturen entstehen können.

Aber das hilft uns nicht wirklich weiter, eine Patentlösung habei ch auch nicht.

Unser Zugwagen ist ja nun nicht leicht (2,3 T leer) und der Hänger mit 1,8 T, da komme ich auch schon mal bei langen Bergabfahrten ins Grübeln, laß mir dann meiner Holden zuliebe nebenan aber nicht viel anmerken und schalte dann einfach auch beim Automatikgetriebe manuell runter und Overdrive und solche Scherze alles aus.
Es ist nicht ungewöhnlich, das unser Gespann von Einheimischen "dynamischen Jungfahrern" auf Bergabfahrt überholt wird.
Aber die Motor-Bremswirkung bei dem Gesamtgewicht ist wirklich nicht so dolle. Ich muß daher vor Spitzkehren und auch sonst oft nochmal richtig reintreten.

Ich habe übrigens festgestellt, das unten angekommen kurzes Anhalten nicht wirklich viel zur Abkühlung beiträgt, dann lieber normal weiterfahren und den Fahrtwind arbeiten lassen.

Travelking
28.06.2007, 21:57
Hallo Jürgen,

das unten angekommen kurzes Anhalten nicht wirklich viel zur Abkühlung beiträgt

klar, wenn ich unten bin brauch ich nicht mehr anhalten. Aber was ist mit zwischendurch.
Ich träum ja immer nochmal davon in der Gairangerfjord zu fahren wenn Susi und ich ohne Kinder fahren können.

Vivaldi
28.06.2007, 22:05
Hallo Jürgen,

klar, wenn ich unten bin brauch ich nicht mehr anhalten. Aber was ist mit zwischendurch.



Andre,

herrlich, iss schon klar.

Soll heißen, wenn anhalten zum Abkühlen wahrscheinlich min. 15 - 20 Minuten warten, eher passiert da nicht merklich was.
Meine Erfahrung.

Schlaumeier
28.06.2007, 22:12
Also gegen das zwischendurch Anhalten spricht eigentlich nur, das man glühendes Metall leichter verformen kann, als kaltes ....
Ich finde die Idee also etwas gewagt, denn wenn man stehen bleibt, wäre die Bremse durch den Anhaltevorgang doch komplett geschlossen, bzw unter Druck! :o
Ich hätte bedenken, das sich bei einer richtig glühenden Bremstrommel, alles verziehen könnte ....
Ist nur so eine Idee!
Obs stimmt weiß ich natürlich nicht!
Ich würde wenn, dann versuchen, auf einer möglichst ebenen Stelle zu halten und die Bremse möglichst zu entspannen!
Unten im Tal ist Anhalten Blödsinn, denn da wird ja im Normalfall die Bremse geöffnet und durch den Fahrtwind gekühlt!
Gruss Jürgen

Travelking
28.06.2007, 22:14
Hallo Jürgen,

Ich würde wenn, dann versuchen, auf einer möglichst ebenen Stelle zu halten und die Bremse möglichst zu entspannen!

Dass kann ich ja mittels meiner Bremskeile problemlos überall hinbekommen.

Schlaumeier
28.06.2007, 23:35
In diesem Falle sollte es kein Problem sein!
Ich warte jetzt nur auf den, der die Bremsen jetzt noch mit seiner Wasseranlage aus dem WOWA herunterkühlen will..... :scratch: :totlach
Wäre doch eine Lösung!
Wie die kochenden Eier abschrecken ....... :ansage: :devil: :totlach :rotfl:

Aber im Ernst!
Ein Schalter im Armaturenbrett, der über einen Schlauch während der Fahrt die Bremsen bewässert, zwecks Kühlung!!! :banane
Ein klarer Fall für unseren "Bastel...."
Schon gut! Ich bin still !
Duck und weg..... :rotfl:

Wimet
31.12.2007, 13:04
Hallo miteinander,

da hier zur Zeit absolut nichts läuft ( wo sind die alle hin, muß ich jetzt nach Naumburg fahren :scratch:), will ich zum Thema noch was
hinzufügen.

Wenn der Auflaufdämpfer in Ordnung ist, kann man am Heißwerden der Bremsen nicht viel ändern.
Dämpft er allerdings nicht mehr richtig, läuft der Hänger zu leicht auf und bremst zu zeitig.
Das kann jeder grob mit scharfem Bremsen prüfen. Knallt es beim Auflaufen richtig ist der Dämpfer hinüber.

Mit der Fahrweise ist da kaum was zu machen, gehe ich ruckartig auf die Bremse wird sie heiß, fahre ich langsam schleift sie immer
und wird auch heiß !
Unten anhalten dürfte auch verkehrt sein, weil Bremse und Radlagerfett den Fahrtwind zur Kühlung brauchen.

Hier sind die Hersteller gefragt und sollten endlich mal belüftete Bremstrommeln verwenden, da reichen schon ein paar
simple Lüftungsschlitze. Die gabs schon am Trabant.

So richtig dringend scheint mir das aber nicht zu sein, meine Kappen sind schon lange abgeschmolzen, zum Geirangerfjord z.B. bin ich schon
3 mal runter und die Bremsen und Radlager sind nach 15 Jahren immer noch in Ordnung.
Ich mache mir aber jedes Jahr im Winter die Arbeit und baue die Bremstrommeln ab, überprüfe alles, schmiere die Lager neu
und stelle die Bremsbacken ein.


Grüße aus Sachsen von Wimet

Travelking
31.12.2007, 16:08
Hallo Wimet,

wo sind die alle hin, muß ich jetzt nach Naumburg fahren

hätten wir uns schon drüber gefreut :top Vielleicht lernt man sich ja mal persönlich kennen.

'nen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr :wink

Lofottroll
01.01.2008, 20:59
Hallo,

nun denn, will ich meinen unmaßgeblichen Senf auch mal dazu geben. Meiner Meinung nach sollte man auch während der Fahrt keinen Stop zum Abkühlen der Bremsen einlegen. Mit geschlossener Bremse schon garnicht. Ich denke für eine deutliche Reduzierung der Temperatur bräuchte man schon mehr, als mal eben 10-15 Minuten. Also mache ich ne halbe Stunde Pause. Mit welchem Erfolg? Ich fahre danach 5 Minuten bergab, und habe an der Bremstrommel wieder die gleiche Temperatur, wie vor der Pause. Ich denke der Fahrtwind ist da genauso effizient.

Ösi
13.01.2008, 21:56
Hallo!

Also 1. hat Wimet vollkommen recht, als 1. mal den Dämpfer kontrollieren. und zur Bremsweise sei gesagt das sich Bremsen weniger erhitzen wenn etappenweise stark gebremst wird als wenn sie dauernd schleifen.

Und @ Schlaumeier: Der Grundgedanke wär ja schon mal nicht schlecht, das hab ich glaub ich sogar schon mal wo gehört. :zwinkern:

Ösi
13.01.2008, 22:15
Wusst ich doch das da was war:

1. Link (http://sport.ard.de/sp/stichworte/dtm/bremsenkuehlung.jsp)

2. Link (http://www.motorsport2000.de/news+4044+Polo+Cup+Hans%2BHeyer%2Bfeiert%2B1000.%2BRennjubil%E4um%2Bim%2BPolo.html)

Es würde aber auch schon helfen wenn man am Boden ein Luftleitblech anbringen würde das mehr Luft zur Kühlung an die Trommeln bringt. :zwinkern:

DaVinci
15.01.2008, 16:57
Moin moin,

ein interessantes Thema... gegen die Hitze hilft also kurzes starkes Bremsen. Wie verhindere ich aber schnelles Abnutzen der hinteren Bremsscheiben bei Bergfahrten? Im Sommer habe ich ein paar Millimeter Bremsscheibe in kroatischen Bergen gelassen. Das waren teure Berge im Nachhinein.

Wimet
15.01.2008, 19:40
Hallo DaVinci,

damit mußt Du einfach leben.

Die hinteren Bremsen des Zugfahrzeugs bremsen Lastabhängig und vollgeladener Kofferraum plus Aufliegelast des Hängers ergeben
in der Summe stärkere Bremskräfte als im Solobetrieb.
Es dürften aber eher ein paar Millimeter der Beläge anstatt der Scheiben fehlen, die nutzen sich zuerst ab.

Grüße aus Sachsen von Wimet

DaVinci
15.01.2008, 22:24
Es dürften aber eher ein paar Millimeter der Beläge anstatt der Scheiben fehlen, die nutzen sich zuerst ab.


Moin Wimet, :wink

leider haben bei dieser Tour die Scheiben als auch die Bremsbeläge ihre Haltbarkeitsdauer überschritten. Der Tüv hatte sie 1 Monat vorher noch für ok befunden. :scratch:

Wimet
16.01.2008, 09:17
Hallo Frank,

dann war das wohl sehr heftig mit den Bergen.

Wenn der TÜV seinen Segen gegeben hat können die Scheiben trotzdem schon eine gewisse Abnutzung gehabt haben.

Ich erschrecke auch jedes Jahr nach dem Großurlaub über meinen Reifenverschleiß.
Da kann es passieren man fährt mit (noch)guten Reifen los und kommt ohne Profil nach Hause.


Grüße aus Sachsen von Wimet